GEO für Kanzleien: Wie Steuerberater und Rechtsanwälte in ChatGPT & Co. empfohlen werden

Typografische Grafik: Schriftzug GEO mit Gradzeichen und dem Wort „kanzleien“ in gesperrter Schrift auf Dunkelblau

GEO für Kanzleien heißt: dafür sorgen, dass ChatGPT, Perplexity und die KI-Funktionen der Google-Suche Ihre Kanzlei kennen, richtig einordnen und nennen, wenn ein Mandant nach einem Steuerberater oder Rechtsanwalt fragt. Das gelingt nicht mit Tricks, sondern mit sieben Hebeln: einer eindeutigen Selbstbeschreibung, eigenen Seiten für jeden Schwerpunkt, Antworten auf die Fragen Ihrer Mandanten, überall gleichen Kanzleiangaben, Erwähnungen außerhalb der eigenen Website, einer Technik, die KI-Systeme nicht aussperrt, und regelmäßigen Tests. Alles davon ist sachliche Information und damit mit § 57a StBerG und § 43b BRAO vereinbar.

Was GEO ist – und warum es Kanzleien betrifft

GEO steht für Generative Engine Optimization. Der Begriff stammt aus einer Studie von Informatikern um Pranjal Aggarwal, die 2023 erschienen ist und 2024 auf der Fachkonferenz KDD vorgestellt wurde. Sie untersucht, wie Inhalte gestaltet sein müssen, damit generative Suchsysteme sie in ihre Antworten übernehmen. Am wirksamsten waren Inhalte, die Quellen nennen, Zahlen belegen und Fachleute zitieren – die Sichtbarkeit in den KI-Antworten ließ sich so um bis zu 40 Prozent steigern.

Für Kanzleien ist das keine Zukunftsmusik mehr. Nach einer Bitkom-Umfrage vom Frühjahr 2026 nutzen 58 Prozent der Menschen in Deutschland ab 16 Jahren Künstliche Intelligenz, bei den 30- bis 49-Jährigen sind es 78 Prozent. 41 Prozent der Nutzer sagen, die KI sei für sie bei fast allen Fragen die erste Anlaufstelle, und 21 Prozent lassen sich von ihr bei Finanzfragen beraten. Am häufigsten genutzt wird ChatGPT. Seit dem 8. Oktober 2025 gibt es außerdem den KI-Modus in der deutschen Google-Suche.

Der Unterschied zur klassischen Suche ist entscheidend: Google zeigt zehn Ergebnisse und eine Karte mit drei Kanzleien. Eine KI-Antwort ist ein Text, der meist zwei oder drei Kanzleien nennt – oft mit kurzer Begründung, warum gerade diese passen. Wer dort nicht vorkommt, existiert für diesen Mandanten nicht.

Wie KI-Assistenten eine Kanzlei auswählen

Eine KI erfindet keine Empfehlung aus dem Nichts. Fragt jemand „Guter Steuerberater in Münster für Ärzte?“, durchsucht das System das Web, oft mit mehreren Teilfragen gleichzeitig – Google nennt das „Abfrage-Fan-out“. Aus den gefundenen Seiten setzt es eine Antwort zusammen und verlinkt die Quellen.

Daraus folgen drei Dinge:

  • Ohne Suchsichtbarkeit keine KI-Sichtbarkeit. Google verlinkt in der Übersicht mit KI und im KI-Modus nur Seiten, die indexiert sind und mit einem Snippet in der Suche erscheinen können. ChatGPT zeigt in seinen Suchantworten nur Websites, die den Suchcrawler von OpenAI zulassen, und Perplexity arbeitet mit einem eigenen Crawler.

  • Die KI braucht Text, den sie zuordnen kann. Eine Startseite mit „Kompetenz. Vertrauen. Nähe.“ sagt ihr nichts. Ein Satz wie „Steuerkanzlei in Münster mit Schwerpunkt Heilberufe und Unternehmensnachfolge“ sagt ihr alles.

  • Widersprüche kosten Vertrauen. Stehen auf der Website, im Google-Profil und in Verzeichnissen unterschiedliche Adressen, Namen oder Schwerpunkte, wird die Kanzlei für die KI zu einer unsicheren Quelle.

Google selbst stellt klar: Für die KI-Funktionen der Suche braucht es keine besonderen Dateien, keine speziellen KI-Textdateien und keine zusätzlichen Auszeichnungen. Es gelten die Grundlagen der Suchmaschinenoptimierung. Wer seine Kanzlei für Google sauber aufgestellt hat, hat die halbe Arbeit für GEO schon erledigt. Wie das geht, beschreiben die Ratgeber SEO für Steuerberater und SEO für Rechtsanwälte.

Sieben Hebel, damit die KI Ihre Kanzlei empfiehlt

1. Ihre Kanzlei in zwei Sätzen eindeutig beschreiben

Ganz oben auf der Startseite gehört ein kurzer Absatz, der die Kernfragen beantwortet: wer Sie sind, was Sie machen, für wen und wo. Zum Beispiel: „Die Kanzlei Müller ist eine Steuerkanzlei in Erfurt mit vier Steuerberatern. Schwerpunkte sind Ärzte und Zahnärzte, Unternehmensnachfolge und Immobilienbesteuerung.“ Diese Sätze übernimmt eine KI oft fast wörtlich. Dasselbe gilt für jede Unterseite: zuerst die Kernaussage, dann die Details.

2. Eine eigene Seite für jeden Schwerpunkt und jede Person

Die KI empfiehlt nicht „eine Kanzlei“, sondern eine Kanzlei für ein bestimmtes Anliegen. Dafür braucht jedes Rechtsgebiet, jede Branche und jeder Beratungsschwerpunkt eine eigene Seite: welche Fälle Sie übernehmen, wie der Ablauf ist, wer zuständig ist. Dazu kommen Seiten für die Berufsträger mit Qualifikationen, Fachanwalts- oder Fachberaterbezeichnungen, Sprachen und Werdegang.

Achten Sie dabei auf die Bezeichnungen: Eine Fachanwaltsbezeichnung darf nur führen, wem die Rechtsanwaltskammer sie nach § 43c BRAO verliehen hat. Teilbereiche der Tätigkeit dürfen Rechtsanwälte nach § 7 BORA nur benennen, wenn sie entsprechende Kenntnisse nachweisen können. Präzise Angaben sind hier also Pflicht und Vorteil zugleich.

3. Die Fragen beantworten, die Mandanten der KI stellen

Mandanten fragen die KI anders als Google: länger, konkreter, oft mit ihrer Situation. „Ich übernehme die Praxis meines Vaters, worauf muss ich steuerlich achten?“ oder „Mein Arbeitgeber hat mir gekündigt, was muss ich in den ersten Wochen tun?“. Die KI sucht dann nach Seiten, die genau das beantworten.

Ratgeberbeiträge und Frage-Antwort-Blöcke wie am Ende dieses Beitrags liefern diese Antworten. Je sachlicher und belegter sie sind, desto eher übernimmt die KI sie: konkrete Fristen, Paragrafen mit Link zur Quelle, Zahlen statt Adjektiven. Genau diese Eigenschaften haben in der GEO-Studie die Sichtbarkeit am stärksten erhöht.

4. Überall dieselben Kanzleiangaben

Name, Adresse, Telefonnummer, Berufsträger und Schwerpunkte müssen auf der Website, im Google-Unternehmensprofil und in allen Verzeichnissen übereinstimmen. Für Steuerberater ist das amtliche Steuerberaterverzeichnis der Bundessteuerberaterkammer maßgeblich, für Rechtsanwälte das Bundesweite Amtliche Anwaltsverzeichnis der BRAK. Dazu kommen die Deutsche Anwaltauskunft, Branchenverzeichnisse und Bewertungsportale. Eine alte Adresse in einem einzigen Verzeichnis reicht, um eine KI unsicher zu machen.

5. Erwähnungen außerhalb der eigenen Website

Eine KI vertraut einer Kanzlei mehr, wenn auch andere über sie schreiben: echte Bewertungen bei Google, Fachbeiträge in Kammerzeitschriften oder Fachportalen, Vorträge bei Verbänden, Interviews in der Lokalpresse. Jede dieser Erwähnungen bestätigt, wofür Ihre Kanzlei steht.

Bei Bewertungen gilt: Sie dürfen Mandanten um eine ehrliche Bewertung bitten, aber keine kaufen oder selbst schreiben. Bei Antworten auf Bewertungen ist die Verschwiegenheit zu wahren – nach § 57 StBerG für Steuerberater, nach § 43a Abs. 2 BRAO für Rechtsanwälte. Das gilt auch, wenn der Mandant selbst Details zu seinem Fall nennt.

6. KI-Systeme nicht aussperren

Manche Websites blockieren KI-Crawler, ohne dass die Kanzlei es weiß – etwa über eine Einstellung im Website-Baukasten, eine Sicherheitslösung oder eine pauschale Regel in der robots.txt. OpenAI unterscheidet dabei zwischen GPTBot, der Inhalte für das Training der Modelle sammelt, und OAI-SearchBot, der die Suche in ChatGPT versorgt. Wer OAI-SearchBot blockiert, erscheint nach Angaben von OpenAI nicht in den Suchantworten von ChatGPT. Ähnlich ist es bei PerplexityBot. Sie können also das Training ausschließen und trotzdem in den Antworten vorkommen.

Ebenso wichtig: Wichtige Inhalte gehören als Text auf die Seite, nicht nur in Bilder, PDFs oder Slider. Und die im Hintergrund hinterlegten Angaben zu Kanzlei, Berufsträgern und Leistungen müssen mit dem sichtbaren Text übereinstimmen.

7. Regelmäßig testen

Ob ChatGPT Ihre Kanzlei nennt, lässt sich einfach prüfen: Stellen Sie die Fragen, die ein Mandant stellen würde – „Guter Steuerberater in Regensburg für Ärzte“, „Fachanwalt für Arbeitsrecht in Kiel“ – in ChatGPT, Perplexity und im KI-Modus von Google. Notieren Sie, welche Kanzleien genannt werden und welche Quellen verlinkt sind. Die Antworten schwanken von Anfrage zu Anfrage, deshalb lohnt es sich, dieselbe Frage mehrmals und einmal im Monat zu stellen. Die verlinkten Quellen zeigen, wo die KI ihr Wissen hernimmt – und wo Ihre Kanzlei fehlt.

Was das Berufsrecht dazu sagt

GEO ist Information, keine Reklame – und genau das verlangt das Berufsrecht. Für Steuerberater und Rechtsanwälte gilt fast wortgleich: Werbung ist nur erlaubt, soweit sie über die berufliche Tätigkeit in Form und Inhalt sachlich unterrichtet und nicht auf die Erteilung eines Auftrags im Einzelfall gerichtet ist (§ 57a StBerG, § 43b BRAO). Für Rechtsanwälte stellt § 6 Abs. 1 BORA seit dem 1. Dezember 2025 zudem klar, dass auch Werbung um ein einzelnes Mandat erlaubt ist, solange sie sachlich bleibt.

Klare Schwerpunkte, nachprüfbare Qualifikationen, verständliche Ratgeber und echte Bewertungen sind sachliche Information. Was nicht geht: Superlative wie „die beste Kanzlei der Region“, Erfolgsversprechen und gekaufte Bewertungen. Fallbeispiele sind nur anonymisiert oder mit Einwilligung des Mandanten möglich, weil die Verschwiegenheitspflicht auch für die eigene Website gilt.

Strenger ist das Berufsrecht für Notare: Sie haben nach § 29 Abs. 1 BNotO jedes gewerbliche Verhalten zu unterlassen, insbesondere eine dem öffentlichen Amt widersprechende Werbung. Für Notare gelten die Hebel in diesem Beitrag deshalb nur eingeschränkt. Welche weiteren Pflichten eine Kanzlei-Website erfüllen muss, steht im Ratgeber Rechtssichere Kanzlei-Website.

Was GEO für eine Kanzlei kostet

Zur Einordnung die Preise von agentur ort:

  • Die laufende Optimierung für Google und KI-Suche – Unternehmensprofil, Verzeichnisse, bis zu fünf Suchbegriffe auf bestehenden Seiten, Auswertung – kostet mit ort sichtbar ab 1.300 € pro Jahr.

  • Eine KI-optimierte Kanzlei-Website, die von Grund auf für Google und KI-Systeme gebaut ist, beginnt bei 6.900 €.

  • Einen Themenschwerpunkt mit fünf Ratgeberbeiträgen gibt es als Mandanten-Ratgeber für 6.600 €, jeden weiteren Schwerpunkt für 2.100 €.

  • Der Kanzlei-Website-Check für 420 € zeigt vorab, wo Ihre Website heute steht.

Womit Sie anfangen sollten

  1. Testen Sie, ob die KI Ihre Kanzlei heute schon nennt – mit drei bis fünf typischen Mandantenfragen in ChatGPT, Perplexity und dem KI-Modus von Google.

  2. Schreiben Sie die zwei Sätze, die Ihre Kanzlei beschreiben, und stellen Sie sie oben auf die Startseite.

  3. Gleichen Sie Ihre Angaben ab – Website, Google-Unternehmensprofil, Kammerverzeichnis, Anwaltauskunft, Bewertungsportale.

  4. Prüfen Sie, ob Ihre Website KI-Crawler zulässt, oder lassen Sie es prüfen.

  5. Legen Sie für Ihre zwei oder drei wichtigsten Schwerpunkte eigene Seiten und Ratgeber an – mit den Fragen, die Ihre Wunschmandanten stellen.

Wenn Sie wissen möchten, wie sichtbar Ihre Kanzlei in KI-Antworten heute ist: Ein unverbindliches Erstgespräch dauert 15 Minuten, per Zoom oder Telefon.

Quellen

Die agentur ort ist eine Marketingagentur und keine Rechtsanwaltskanzlei. Dieser Beitrag gibt einen allgemeinen Überblick über die Rechtslage und ersetzt keine Rechtsberatung.

Häufige Fragen zu GEO für Kanzleien

Was bedeutet Generative Engine Optimization (GEO)?
GEO steht für Generative Engine Optimization. Gemeint ist alles, was dafür sorgt, dass KI-Systeme wie ChatGPT, Perplexity oder der KI-Modus von Google eine Kanzlei kennen, richtig einordnen und in ihren Antworten nennen. Der Begriff stammt aus einer Studie von 2023, die zeigte, dass sich die Sichtbarkeit in KI-Antworten um bis zu 40 Prozent steigern lässt.
Was ist KI-Sichtbarkeit?
KI-Sichtbarkeit beschreibt, ob und wie oft eine Kanzlei in den Antworten von KI-Assistenten vorkommt, wenn jemand zum Beispiel nach einem Steuerberater oder Rechtsanwalt in seiner Stadt fragt. Weil eine KI-Antwort meist nur zwei oder drei Kanzleien nennt, entscheidet sie darüber, ob ein Mandant Ihre Kanzlei überhaupt in Betracht zieht.
Ist SEO für Kanzleien noch sinnvoll, wenn Mandanten die KI fragen?
Ja, mehr denn je. Google nennt in der Übersicht mit KI und im KI-Modus nur Seiten, die indexiert sind und in der normalen Suche erscheinen können, und auch ChatGPT und Perplexity stützen sich auf Websuchergebnisse. SEO ist damit die Grundlage für GEO.
Wie finde ich heraus, ob ChatGPT meine Kanzlei empfiehlt?
Stellen Sie die Fragen, die ein Mandant stellen würde – etwa „Guter Steuerberater in Freiburg für Ärzte“ – in ChatGPT, Perplexity und im KI-Modus von Google. Notieren Sie, welche Kanzleien genannt und welche Quellen verlinkt werden. Weil die Antworten schwanken, lohnt es sich, dieselbe Frage mehrmals und einmal im Monat zu stellen.
Was kostet GEO für eine Kanzlei?
Bei agentur ort kostet die laufende Optimierung für Google und KI-Suche mit ort sichtbar ab 1.300 € pro Jahr. Eine KI-optimierte Kanzlei-Website beginnt bei 6.900 €, der Kanzlei-Website-Check kostet 420 €.
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